Ernährung

16. Juli 2016 By Roman

Ernährung

Fragt man 100 Hundehalter bekommt man mit Sicherheit 100 verschiedene Antworten, was denn nun das Beste für den geliebten Vierbeiner ist.

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Möglichkeiten:

Trockenfutter

Mit Sicherheit die einfachste Möglichkeit der Fütterung. Achte darauf, dass bei der Angabe der Inhaltsstoffe Fleisch mengenmäßig an erster Stelle kommt. Manche Hersteller trennen den Anteil der Getreidesorten, damit Fleisch ganz vorne steht. Addiere die angegebenen Getreidesorten und Du kommst manchmal auf ein erstaunliches Ergebnis.

Deutlich machen muss man sich auch, dass Hunde von Haus aus kein Getreide fressen, oder nur in kleinsten Mengen. Viele Hunde tolerieren etwas Getreide im Futter, aber viele Trockenfutter sind leider Getreide mit zugesetzten synthetischen Vitaminen – und chemischen Lockstoffen ummantelt mit aufgespritztem Fett, damit die Köttel überhaupt gefressen werden.

Ein Hund ist  ein sog. omnivorer carnivore, also ein Fleischfresser, aber kein reiner Fleischfresser, das sollten wir akzeptieren und mit unserer Fütterung auch Rechnung tragen. Warum stopfen wir ihn mit Getreide voll? Aus Bequemlichkeit?

 

Ein ganz wichtiger Punkt bei Trockenfutter ist die Herstellung. Das Trockenfutter, wie man es allgemein kennt, wird in einem sogenannten Extruder hergestellt. Es quilt dann im Magen bis auf die dreifache Menge auf. Das kann man ausprobieren, wenn man ein paar Köttel einmal in ein Glas Wasser legt.

Bei großen Hunderassen kann das mit eine Ursache für die gefürchtete Magendrehung sein ( neben der genetischen Veranlagung).

Kaltgepresstes Trockenfutter

Dann gibt es noch kaltgepresstes Futter, das aber oft schwer verdaulich ist.

Gebackenes Trockenfutter

Dies ist unser bevorzugtes Hundefutter. Da hilft uns ein Blick auf die letzten ungefähr 10 000 Jahre, in denen sich der Hund dem Menschen angepasst hat. Was hat er denn da so zu fressen bekommen? Die Menschen waren großteils arm, also hat er sicherlich schonmal wenig hochwertiges Fleisch bekommen. Auch und sogar Jagdhunde sollten aus Spaß am Spiel jagen und nicht die Beute fressen – also wurden teilweise sogar die Fangzähne abgeschliffen, damit das nicht passiert.

Wachhunde wurden gebraucht und diese lebten oft in großen Rudeln. Da warf man sicherlich keine Kuh in die Runde… Sie haben Abfälle vom Tisch bekommen und hier wahrscheinlich eher die günstigen Beilagen und Brot, denn das ist nunmal neben kochen  die älteste Form, etwas haltbar zu machen.

Selbst Dalmatiner, die man als Kutschenbegleithunde hielt und täglich daher weite Strecken zurücklegten, bekamen abends einen Teil des Essens des Kutschers – Getreidebrei und Brot.

Gebackenes Trockenfutter hat auch den Vorteil, dass es im Magen nicht aufquillt, da der Hund kauen muss fungiert es als natürliche Zahnbürste. Der Hund schlingt zudem nicht wie normal, speichelt das Futter damit ein und es ist daher sehr gut verdaulich.

Dosenfutter bzw. generell Nassfutter

Dies ist recht einfach in der Lagerung. Hier sollte man ein Auge darauf haben, dass der Fleischanteil über 60% liegt. Viele Hersteller werben mit Nahrung, die auch für Menschen geeignet sei – das sollte im Prinzip der Normalfall sein und ist kein besonderes Qualitätsmerkmal. Auch im Trend liegt BIO. Natürlich ist Bio-Nahrung, bei den gleichen Inhaltsstoffen, sicherlich vorzuziehen – aber es sagt leider nichts über die Fleischmenge aus… Es gibt auch die Geschichte über einen Hersteller, der nach einigen Jahren des Bestehens auf dem Markt plötzlich damit warb: „Jetzt mit viel Fleisch!“  Aha…und vorher?

Dosen / Würste / Beutel mit hochwertigen Fleischsorten sind aber wunderbar. Ich bevorzuge die Würste, da ich somit Müll vermeide und die Umwelt schone. Wenn ich Nassfutter gebe kann ich zudem sicher sein, dass meine Hunde genügend Feuchtigkeit zu sich nehmen.

Ich wurde schon gefragt, wie es sein kann, dass nahezu alle Hersteller in ihrem Nassfutter einen Fettgehalt von 5-6% aufweisen, da doch das meiste Fleisch mehr Fettanteile hat.

Hier kann ich für Artel und Hens sprechen, da ich mich dort auch über diesen Punkt informiert habe. Ganz einfach: Weil es den meisten Hunden reicht! Fett liefert doppelt soviel Energie wie Eiweiß und Kohlenhydrate und bei zuwenig Bewegung lagert es sich genauso als Pölsterchen ab, wie bei uns Menschen auch.

Selbst Schlittenhunde, die ja bei Rennen sehr viel Energie benötigen, bekommen eher getrocknetes Fleisch als Energiespender als eine erhöhte Fettration. Und ein normal gehaltener Haushund braucht nicht mehr. Bei Bedarf kann man ja immer noch ein paar Tropfen hochwertiges Öl beigeben.

Selbst kochen

Selber kochen macht Arbeit – aber man weiß dafür, was man hat. Man kann es auch kombinieren: Fertige Futterflocken oder Barf einfach von Artel und Hens mit selbst zubereitetem Fleisch geben oder auch reine Fleischdosen kaufen und mit selbst zubereitetem Gemüse mischen. Hier sollte man sich jedoch ins Thema einlesen um sicherzustellen, dass der Hund auch alles bekommt, was er benötigt oder sich von einem Ernährungsberater einen Futterplan erstellen lassen, damit es keine Defizite gibt.

Rohernährung oder Barfen

Die am öftesten diskutierte Form der Ernährung ist bestimmt die Rohfütterung. Die Begründung dafür ist, dass der Hund vom Wolf abstammt.  Genauso, wie wir uns weiterentwickelt haben, hat das auch der Hund gemacht, das sollte man ihm zugestehen. Andernfalls muss man ihn auch einige Tage pro Woche fasten lassen und  täglich 40 km mit ihm rennen…

COMMENTS

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hundetraining für Anfänger: Die 10 wichtigsten Befehle!

hundetraining Anfänger wichtigste befehle ebook
Ich habe vor kurzem mein Buch veröffentlicht, in dem ich 10 Jahre Erfahrung mit der Erziehung von Hunden (insbesondere als Freiwilliger im Tierheim...) zusammengefasst habe. Ich freue mich auf neue Leser - klick einfach auf das Bild und schau mal rein!

Top Beiträge & Seiten

Folge uns

Wichtige Seiten