Haftpflichtversicherung für Hunde

19. Januar 2018 By Roman

Haftpflichtversicherung für Hunde

Ist eine solche Versicherung wirklich notwendig?
Schnell ist es passiert. Dies zeigen Schlagzeilen in den Zeitungen sowie auch eigene Erfahrungen vieler Hundehalter.
Viele Tierhalter, speziell Hundehalter denken bei einem Schaden durch den eigenen Hund zuerst an einen Beißvorfall.
Dies ist allerdings wie die Erfahrung zeigt, der seltenste Fall, in welchem eine Schädigung an Dritten eintritt. Sehr oft haben deshalb Besitzer kleiner Hunde keine Versicherung, weil sie sich in der trügerischen Sicherheit wiegen, es kann ja nichts passieren. Der Hund ist ja so klein.

Ein sehr falscher Gedanke. Erst vor zwei Monaten wurde in der Abendzeitung berichtet, dass ein Winzling, der kleinste Hund, den es überhaupt gibt, ein Chihuahua, eine Radfahrerin so schwer zu Fall brachte, dass diese lebensgefährlich verletzt wurde und lange auf der Intensivstation versorgt werden musste. Dies kostet Zehntausende Euro. Wer in einem solchen Fall keine Versicherung hat, ist ruiniert.
Zahlreiche Autounfälle geschehen täglich, bei manchen ist ein freilaufender Hund die Ursache. Wird der Halter ermittelt, kann dies sehr teuer werden, auch wenn kein Personenschaden vorliegt.

Mein Hund läuft nicht weg.

 

Dieser Satz ist Unfug, wie ich selbst erfahren musste. Mein vorheriger Hund hat wirklich aufs Wort gehört, ist nie weggelaufen, nur ein Mal. Dieses eine Mal war zuviel. Er lief in einen Kleinwagen, in welchem 3 junge Leute saßen, zum Glück gab es keinen Personenschaden. Der an sich noch geringe Blechschaden betrug Euro 3.900,00. Zum Glück war ich sehr gut bei der Continentalen Versicherung abgedeckt. Ohne viel Papierkram wurde der Schaden innerhalb von nur 2 Wochen reguliert. Durch Deckung dieses Schadens hat sich meine Versicherung schon für die nächsten 39 Jahre bezahlt gemacht, denn die Schadenshöhe betrug ca. 39 mal die Jahresprämie der Versicherung.
Beißvorfälle gibt es natürlich auch.

Ich bearbeite momentan einen Fall, in welchem ein Hund einen anderen biss, der Besitzer des einen Hundes versuchte, die Hunde zu trennen und wurde gebissen. Seine Forderung beläuft sich auf Euro 2.500,00. Arztkosten, Arbeitsausfall, Schmerzensgeld und zuletzt auch noch Tierarztkosten für seinen Hund. Diese Forderung ist von der Sache her unbegründet, da derjenige, der den Schaden geltend macht, selbst schuld war, weil er seinen Hund nicht halten konnte. Der Halter der zahlen sollte, hat keine Versicherung! Er muss sich jetzt zivilrechtliche gegen die Anschuldigungen wehren. Hätte er eine Haftpflichtversicherung gehabt, hätte er können den Schaden melden. Diese hätte dann zwar nicht bezahlt, da die Sachbearbeiter gesehen hätten, dass die andere Partei schuldhaft gehandelt hat, aber in einem solchen Fall würde die Haftpflichtversicherung den Schaden ablehnen und bekäme dann eine Klage vom angeblich Geschädigten. In einem solchen Fall wirkt die Versicherung ähnlich wie eine kleine Rechtsschutzversicherung.

Ein anderer Fall, bei welchem ich half die Unterlagen zur Schadensregulierung auszufüllen war wie folgt.

Der Hundehalter war mit seinen Hunden bei Bekannten zu Besuch, die Hunde langweilten sich, da sich die Halter scheinbar viel zu erzählen hatten. Der eine Hund nahm die hochwertige Fernbedienung des Fernsehers und DVD Players und wollte wohl sein technisches Verständnis testen. Er zerkaute die Fernbedienung bis zur Unkenntlichkeit – Schaden 350,00 Euro. Dies ist schon die Versicherungsprämie für 3-4 Jahre. In diesem Fall hat die Zahlung durch die Versicherung auch die Freundschaft des Hundebesitzers mit seinem Gastgeber erhalten, denn wer, auch wenn es ein Freund ist, lässt sich gerne einen Schaden zufügen und bleibt auf der Rechnung sitzen?
Ein großer Hund kostet über seine Lebenszeit mit Futter, Tierarzt, Steuer, Ausrüstung wie Leinen, Spielzeug alles zusammen ca. Euro 12.000,00 oder gar mehr. Tritt ein Schaden ein kann auf, kann er auch ganz schnell Euro 50.000,00 oder Euro 100.000,00 kosten. Eine Haftpflicht bei der Continentalen Versicherung kostet für einen Hund ca. Euro 80,00 im Jahr, also einen Bruchteil der Kosten, die ein Hund im normalen Leben kostet, sogar noch weniger Geld als die Hundesteuer in Nürnberg, denn diese kostet schon Euro 136,00. Für die ca. Euro 80,00 jährlich wissen Sie wenigstens was Sie bekommen, Schutz und Sicherheit rund um die Uhr für die gesamte Lebenszeit Ihres Hundes. Selbst wenn Ihr Hund ein Mal einen kleinen Schaden in 10 Jahren verursacht von einigen Hundert Euro, hat sich die Versicherung schon bezahlt gemacht.
Viele Hundehalter fahren auch Fahrrad, wie viele andere Menschen auch, auch hier entstehen oft Schäden durch Unachtsamkeit. In Nürnberg werden im Jahr ca. 560 Schäden durch Unfälle gemeldet, an denen Radfahrer beteiligt sind, zum Teil schuldhaft. Leider sind auch viele Radfahrer nicht versichert , weil sie das Risiko unterschätzen und zahlen später jahrelang für verursachte Schäden.

Haftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt.

Sie schützt im Schadensfall das eigene Vermögen und, was genau so wichtig ist, lässt einen Geschädigten nicht mit seinem Schaden alleine. Leider sind mir einige Fälle bekannt, wo Hundehalter, sowie auch Radfahrer, keine Versicherung abschließen wollen, weil sie wenig Geld haben. Als Antworten habe ich schon erhalten, dass denen egal ist was passiert, denn da sie nichts haben, könnte man ihnen sowieso nichts abnehmen. Dies sind sogar oft noch Menschen, die ihre Hunde an verkehrsreichen Strassen ohne Leine laufen lassen und auch sonst sehr unachtsam sind im Umgang mit ihren Hunden und der Umwelt.
Meine Forderungen an den Gesetzgeber sind: Erklärt die Haftpflichtversicherung genau wie bei Autofahrern zur Pflichtversicherung. Es gibt 5,4 Millionen Hunde in Deutschland, versichert sind noch nicht einmal die Hälfte. Dies ist ein untragbarer Zustand. Radfahrer gibt es ca. 25 Millionen, auch hier haben bei weitem nicht alle eine Versicherung.

 

Eine Tierhalterhaftpflicht-Versicherung ist unverzichtbar für Halter von Hunden, Pferden sowie weiteren Großtieren.

Denn Tierbesitzer müssen in voller Höhe für alle Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die ihr Tier verursacht, aufkommen. Lediglich Kleintierhalter erhalten eine Kostenübernahme seitens ihrer Privathaftpflichtversicherung. Die übrigen Tierbesitzer müssen sich nach den Grundsätzen der Gefährdungshaftung verantworten. Sie haften auch dann mit ihrem gesamten Vermögen, wenn sie den Nachweis des Unverschuldens erbringen. Die oftmals gravierend hohen Schäden haben häufig eine lebenslange Zahlung zur Folge. Der finanzielle Ruin des Tierhalters lässt sich in vielen Fällen nicht mehr abwenden. Demzufolge sollte jeder verantwortungsvolle Tierhalter eine Tierhalterhaftpflicht-Versicherung abschließen. Haftpflichtversicherungen unterteilen sich folgendermaßen:

Tierhalterhaftpflichtversicherung für Hunde: In den Bundesländern Berlin, Hamburg und Niedersachsen muss jeder Hundehalter eine Tierhalterhaftpflicht-Versicherung abschließen. Die übrigen Bundesländer verpflichten lediglich Besitzer gefährlicher Hunderassen zum Versicherungs-Abschluss. Dennoch sollte jeder Hundehalter eine Hundehaftpflicht-Versicherung besitzen. Diese übernimmt generell Schäden, die der Hund verursacht. Dazu gehören beispielsweise Bissverletzungen oder durch das Tier ausgelöste Verkehrsunfall-Schäden. Die Beitragshöhe ist variabel. Sie richtet sich nach Versicherungsgesellschaft, Hunderasse, Anzahl der Hunde, Selbstbeteiligungshöhe und Deckungsumfang. Für Kampfhund-Besitzer erweist sich ein Versicherungsabschluss oftmals problematisch. Viele Anbieter schließen gefährliche Hunderassen vom Versicherungsschutz aus.

 

 

Die Haftpflichtversicherung übernimmt die Kostendeckung und sorgt dafür, dass berechtigte Ansprüche und verursachte Schäden ausgeglichen werden. Weiterhin wehrt die Versicherung unberechtigte Ansprüche Dritter ab, notfalls mit gerichtlicher Hilfe. Versicherungsumfang und Beitragsleistungen sind abhängig von den jeweiligen Versicherungs-Tarifen. Jedoch stehen die erschwinglichen Beiträge in keiner Relation zum teilweise enormen Kostenaufwand, den Tierhalter im Schadensfall erbringen müssten. Beim Abschluss sogenannter Kombipakete, beispielsweise einer Tierhalterhaftpflicht- und Operationsversicherung, gewähren viele Versicherungen Beitrags-Rabatte.

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