Höflichkeit für Hundehalter

26. Juni 2019 By Roman

Höflichkeit für Hundehalter

Viele Hundehalter laufen mit ihrem Hund durch die Welt und denken nicht daran, dass es auch Menschen ohne Hund gibt, die über einige Dinge anders denken. Oder dass es auch neue Hundehalter gibt, die mit ihrem Hund noch nicht viel Erfahrung haben und deshalb bei Begegnungen anders reagieren, als man vorher annimmt, oder auch Hundehalter, die negative Erfahrung mit anderen Hunden gemacht haben.

Wenn wir erreichen wollen, dass unsere Hunde in der Gesellschaft besser akzeptiert werden müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir in der Gesellschaft unser Verhalten mit unserem Hund so gestalten, dass andere sich nicht gestört fühlen und wir damit erreichen, dass unsere Hunde sich im Allgemeinen freier bewegen können und wir mit weniger Disputen durchs Leben gehen.

 

10 Regeln für mehr Höflichkeit

 

Ich habe über die letzten Jahre viele Hundbegegnungen erlebt und muss sagen, die Zeit hat sich zum Teil leider auch hier verändert, hin zu mehr Egoismus, wie auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Viele nehmen sich selbst Freiheiten heraus, die Sie bei anderen verurteilen würden. Solche neuen gesellschaftlich entwickelten Mentalitäten wie „Geiz ist geil“ bringt Menschen dazu, ihren eigenen Freiheitsrahmen erweitern zu wollen auf Kosten von Einschränkungen anderer.

Hier wollen wir mit einem besseren Beispiel vorangehen und durch einige wenige Regeln helfen, dass unsere Gesellschaft wieder tierfreundlicher und damit hundefreundlicher wird und auch wir Hundhalter uns besser verstehen.

  1. Jogger und Spaziergänger und vernünftige Radfahrer
    Wenn wir einzelnen Joggern oder Spaziergängern begegnen sollten wir unser frei laufenden Hund zu uns rufen, denn wir wissen nicht ob derjenige Angst vor Hunden hat. Einem Jogger kann es sehr unangenehm sein, wenn ein Hund ihm in die Beine läuft, dies unterbricht den Laufrhythmus und stört wirklich. Außerdem kann es zu Stolperunfällen führen, wenn der Jogger schon einen gewissen Ermüdungszustand hat. Nicht jeder Spaziergänger ist begeistert, wenn unser Hund freundlich schwanzwedelnd auf ihn zukommt, und der bekannte Spruch „der macht nichts“ hilft wenig wenn jemand Angst hat. Auf stärker frequentierten Wegen gehört unser Hund an die Leine.
  2. Begegnung mit anderen Hunden.
    Sehen wir unbekannte Hundehalter mit angeleintem Hund so ist es wirklich notwendig, unseren Hund auch anzuleinen oder zumindest „Fuß“ gehen zu lassen. Der entgegenkommende Hund kann krank oder läufig sein, oder ist anderen gegenüber aggressiv. Es ist auch möglich, dass der Hundehalter unerfahren ist und/oder einen neuen Hund hat, den er noch nicht ableinen kann. Vielleicht hat er auch nur Angst, weil kurz vorher schlechte Erfahrungen gemacht wurden. Dies sollten wir respektieren und lieber in einem netten Gespräch klären, warum er den Hund nicht frei laufen lässt.
  3. Begegnungen mit kleinen Hunden
    Hier ist leider weit verbreitet, dass der kleine Hund ohne Zurechtweisung und Unterbrechung den größeren ankläffen darf, weil er ja so klein ist und manche Besitzer es noch als niedlich empfinden. Bellt der große Hund zurück ist er „ein Böser“. Hundehalter kleiner Hunde, denkt bitte daran – Hunde kennen keine Fairness“. Sollte der große Ihrem kleinen zufällig mal im Freilauf begegnen, kann es nach aufgestauten Aggressionen böse ausgehen. Dann darf man dem Besitzer des größeren Hundes auch keinen Vorwurf machen.

4. Große gegen Kleine
Hundebesitzer großer Hunde lassen oft, ohne sich mit anderen Besitzern abzusprechen, ihren Hund frei auf kleine zulaufen, weil ihrem großen Hund sowieso nichts passieren kann. Der Satz „mein großer macht nichts“ hat sich schon oft als falsch erwiesen. Als Besitzer eines großen Hundes finde ich erst heraus, ob er sich wirklich mit dem kleinen versteht. Es gibt nie Garantien. Wenn etwas passiert, dann heißt es oft – Oh, das hat er noch nie gemacht. Dies ist aber nichts anderes als Abwälzung von Verantwortung.

  1. Das machen die unter sich aus.
    Stehen sich zwei gleich starke Rüden gegenüber, kann man sicherlich der Begegnung erst mal gelassen aber aufmerksam zusehen und ritualisierten Drohgebärden freien Lauf lassen, muss aber sofort bei Beginn eventuellen Beschädigungsbeißens eingreifen. Deshalb ist dies nur zwei etwas erfahreneren Hundhaltern zu raten. Bei erheblichen Kräfteunterschieden sollte so ein Verhalten sehr schnell abgebrochen werden. Verlassen Sie sich bitte nie auf sogenannte Unterwerfungsgesten des schwächeren Hundes. Manche Hunde werden dadurch sogar noch zum Beißen animiert. Auch der Welpenschutz ist ein Ammenmärchen. Bei Hunden gibt es den nicht! Das einzige was den Welpen vor Beschädigung schützt, ist sein meist submissives Verhalten dem erwachsenen Hund gegenüber, aber auch Hunde haben manchmal Missverständnisse inIhrer Kommunikation, deshalb lieber erst mal sorgfältig mit solchen Begegnungen umgehen.
  2. Hundekot
    Hundekot hat auf Kinderspielplätzen, Liegewiesen, Gehwegen nichts zu suchen. Als verantwortungsbewusste Hundhalter vermeiden wir solche Missgeschicke, wenn es trotzdem passiert, beseitigen wir das kleine Übel und alle Mitmenschen danken es Ihnen. Ein Rüde muss auch nicht jede Hauswand oder jeden Gartenzaun markieren, dies kann man leicht mit Erziehung beeinflussen. Eines der größten Probleme mit Hunden ist für die Öffentlichkeit die Verschmutzung. Ärgern wir uns nicht auch manchmal wenn wir in einen Haufen treten? Wie erst fühlen Menschen mit weniger Verständnis für Hunde.
  3. Buddeln und Löcher graben
    Natürlich hat ein jeder Hund das Recht Löcher zu graben, aber nur in Gebieten wo keine Beschädigung angerichtet wird. Löcher im Boden sind teilweise Stolperstellen, die ernsthaft Unfälle verursachen können. Wer hat schon gerne verstauchte Knöchel? In Parkanlagen kostet es die Verwaltung richtiges Geld einen Gärtner die Löcher zuschaufeln zu lassen und eventuell neues Gras zu sähen. Lassen wir doch unsere Hund da buddeln wo es keinen stört, oder wenn es an ungelegenen Plätzen wirklich vorkommt, graben wir wieder zu, das sieht zwar nicht unbedingt schön aus, vermeidet aber das Schlimmste.
  4. Leinenzwang
    Vorweg sei gesagt, dass wir von generellem Leinenzwang wenig halten, aber die kommunalen Verwaltungen haben Vorgaben gemacht und die gilt es im Interesse der Allgemeinheit einzuhalten. In winterlichen Parks wo sonst fast keiner ist, kann jeder selbst entscheiden und das Risiko einer Strafe abwägen. Im Interesse der Allgemeinheit und unseres Hundes sollte der Hund an Straßen mit Verkehr immer angeleint sein, ebenso auf häufig begangenen Spazier – und Parkwegen.
  5. Hunde im Freilauf außerhalb der Sichtweite seines Halters.
    Ein seinem Hund und der Umwelt gegenüber rücksichtvoller Hundehalter wird seinen Hund nicht aus seiner Sichtweite lassen, denn in der Situation hat der Hundhalter einen großen Teil seiner Einflussnahme aufgegeben und kann weder bei Belästigung oder Gefährdung anderer rechtzeitig eingreifen. Auch an unübersichtlichen Stellen ruft der Halter erst seinen Hund zurück um zu sehen ob irgendeine Überraschung droht. Dies gilt auch bei Jagdverhalten des Hundes, hier droht entlaufen bis hin zu Unfällen oder erschießen. Übrigens, andere Tiere haben auch ein Recht auf Leben und Unversehrtheit. Ein guter Hundführer bleibt mit seinem Hund auch in schwierigen Situationen in Kontakt.
  6. Was Du nicht willst was man Dir tu’, das füg auch keinem anderen zu.
    Respektvolles und verständnisvolles Miteinander wird unser aller Leben sicherlich bereichern. Konflikte kann man sehr gut durch etwas Achtsamkeit und vernünftiges Grenzesetzen für seinen Hund vermeiden.
    Die richtigen Grenzen vermitteln nicht nur unseren Mitmenschen ein Gefühl der Sicherheit, auch wir und unser Hund profitieren durch eine stärkere Bindung.

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