Tierschutz und Hundehaltung – was du beachten solltest!

2. September 2019 By Roman

Tierschutz und Hundehaltung – was du beachten solltest!

Tierschutz fängt bei dem eigenen Hund an.

Warum schreibe ich diesen Artikel? Leider schaffen sich immer mehr Menschen einen Hund an, ohne zu überlegen welche Pflichten sie damit auf sich nehmen. Aus Gedankenlosigkeit und Unwissen verstoßen solche Hundehalter ohne es zu merken, oder manchmal aus Bequemlichkeit nicht merken wollen, gegen die Tierschutzgesetze. Aus meiner Erfahrung muss ich leider sagen, dass einige Hundehalter sich damit rechtfertigen, dass es anderen Hunde angeblich noch schlechter ginge. Durch diese Argumentation haben sie nicht einmal mehr ein Schuldbewusstsein.
Hier einige Auszüge aus dem Tierschutzgesetz und dem BGB als Grundlage dieses Berichts der ausschließlich auf eigenen Beobachtungen und Gesprächen mit den entsprechenden Haltern beruht.

BGB § 90a von 1990. Dieser § drückt aus, dass der Mensch den Tieren als empfindende Mitgeschöpfe zu Schutz und Fürsorge verpflichtet ist.

Tierschutzgesetz §2 Grundpflichten: wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen entstehen oder Schäden zugefügt werden.
Muss für die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Hunde, wie auch Wölfe, von denen sie abstammen, haben ein sehr hohes soziales Gefüge.

In der aktuellen Wissenschaft wird dieses soziale Verhalten von einigen Forschern sogar höher eingestuft als das Sozialgefüge von Primaten.
Wie sieht es nun bei einer Reihe Hundehalter aus? Erst einmal will ich einige Beispiele von mir bekannten Hundehaltern aufführen und dann danach die Tierschutzrelevanz und meine persönliche Meinung dazu erläutern.
Der Hundehalter arbeitet und lässt seinen Hund oder Hunde täglich bis zu 9 Stunden oder noch länger alleine, ohne die Möglichkeit Darm und Blase zu entleeren.
Hundehalter will seinen Hund „auspowern“ und lässt ihn bei jedem Wetter neben dem Rad herhetzen, auch bei 25 Grad aufwärts.

  1. Gassi Zeiten liegen insgesamt bei Hunden täglich bei weniger als 2 Stunden.
    2.Hund darf nie von der Leine um auch soziale Kontakte mit anderen Hunden zu pflegen.
    3.Hund darf immer von der Leine, auch wenn sein Besitzer weiß, dass er ein Raufer ist.
    4.Hund bekommt jeden Tag sein ganzes Leben lang das gleiche Billigfutter
    5.Hundehalter lässt seinen Hund aus Unachtsamkeit Jagd machen auf Katzen und Wildtiere.
    6.Hundehalter vernachlässigt die Erziehung und artgerechte Beschäftigung seines Hundes.

Auf die oben genannten Punkte will ich nun ausführlicher mit einigen Beispielen eingehen. Ich kann und möchte nicht alle Fälle aufführen, denn traurigerweise sind es viele, zu viele. Die Fälle sind leider nicht erfunden, sondern beruhen auf Wahrheit. Ich nenne natürlich keine Namen, weder die der Halter noch der Hunde, denn diese Seite kann kein Pranger sein. Es macht mich persönlich wütend und traurig, dass es trotz Tierschutzgesetz gegen solche grenzwertigen Verhalten von Hundhaltern noch keine Möglichkeit gibt einzuschreiten. Hier ist der Gesetzgeber gefragt, Gesetze besser zu definieren und nicht nur so weich zu formulieren, dass sich viele herausreden können.

Fall 1.

Den Kontakt zur Person aus folgendem Fall habe ich abgebrochen, denn ich habe selten jemanden so uneinsichtig gesehen. Eine Frau, ledig, hat 3 Hunde und noch einige andere Tiere wie Ratten und Katze. Sie arbeitet teilweise am Tag und ist auch häufig nachts oft unterwegs. Die Tiere waren und sind wahrscheinlich immer noch oft bis zu 10 Stunden, manchmal gar 12 Stunden alleine. Diese Frau habe ich oft zur Rede gestellt. Sie hielt es für normal, und behauptete auch noch, ihre Hunde wollten nicht oft raus, übrigens, es sind große Hunde. Auch sie argumentierte immer, dass es anderen Hunden schlechter ginge. Andere tierschutzrelevante Handlungen kamen natürlich noch dazu, denn bei verantwortungslosen Menschen wirkt sich die Einstellung auf verschiedene Bereiche aus. So konnten ihre Hunde mehrere Igel tot beißen, weil diese Frau nicht in der Lage war, ihre großen Hunde bei Sichtung von Igeln zu halten. Es war ihr zwar unangenehm, aber sie machte auch nichts dagegen.
Solche Menschen, die mehr Hunde oder auch andere Tiere halten und sie nicht richtig versorgen können, haben noch nicht einmal ein Unrechtsgefühl, sie glauben wirklich überzeugt von sich, dass sie Tiere lieben. In Wahrheit missbrauchen sie die Tiere und versorgen sie nicht mit der artgerechten Behandlung die notwendig ist.

Fall 2.

Ein Mann im mittleren Alter besitzt einen kleinen Hund, sorgt so ganz gut für das Tier, aber er geht arbeiten. Das Arbeiten ist ja richtig, aber der Hund ist länger als 10 Stunden ohne Auslauf und Möglichkeit sich zu erleichtern. Der Hund wird vor der Arbeit und nach der Arbeit ca. 30 Minuten Gassi geführt. Das war es schon. Als Antwort wenn ich kritisiert habe, bekomme ich dann: der Hund ist so klein, der braucht nicht viel Auslauf.

 

Fall 3.

Ich kenne Hundebesitzer die erst ihren Fernsehfilm 2 Stunden lang oder Fußball oder sonst etwas fertig schauen, obwohl der Hund schon 6 Stunden nicht draußen war. Diese Hundebesitzer sind dann zwar anwesend, der Hund kann aber trotzdem nicht rechtzeitig raus. Von denen bekomme ich dann die Antwort, wenn der muss meldet er sich schon. Muss man denn so lange warten, bis der Hund es kaum noch einhalten kann?

So gibt es leider einige Hundehalter. Natürlich sollen auch berufstätige Menschen einen Hund halten dürfen, aber es muss Sorge getragen werden, dass der Hund zumindest nach maximal 6 Stunden sich entleeren kann. Es ist dringend notwendig, mit dem Hund zusammen vor und nach der Arbeit und abends längere Spaziergänge zu unternehmen und den Hund artgerecht beschäftigen. Wie anfangs erwähnt, sind unsere Hunde sehr soziale Lebewesen mit sensiblen Gefühlen.

Sie brauchen den Kontakt. Was bleibt an Zeit übrig, wenn der Halter den ganzen Tag arbeitet. Tagsüber weg – nachts wird geschlafen. Es sind also nur wenige Stunden übrig, um sich mit dem Hund abzugeben. Viele dieser Hundehalter haben auch noch Freizeitbeschäftigungen, bei denen der Hund nicht immer dabei sein kann oder soll. So ein armer Hund vereinsamt. Ich bekam auch schon von einer anderen Hundehalterin die Antwort, Hunde müssten sowieso 20 Stunden am Tag schlafen. Diese Halterin hatte sogar schon im Tierheim Nürnberg als Praktikantin gearbeitet und auch ihre Hunde aus diesem Tierheim. Sie war regelmäßig länger als 6 Stunden außer Haus, oft länger wegen ihrer Freizeitaktivitäten.
Ein Hund sollte nicht länger als ca. 4-5 Stunden regelmäßig alleine sein müssen. Es gehen auch noch 6 Stunden wenn ein entsprechender Ausgleich geschaffen wird und sich auch sonst mit dem Hund viel beschäftigt wird. Einige dieser Grenzfälle kenne ich auch, muss aber sagen, dass diese gut auch im Sinne des Hundes funktionieren, weil wirklich viel Ausgleich für die Zeit, die der Hund alleine verbringt, angeboten wird.

Meine Meinung zu dieser Thematik ist: Wer seinen Hund 6 Stunden oder länger regelmäßig alleine lassen muss, soll sich keinen Hund halten.

Der Hund vereinsamt und zudem ist es eine Qual sich nicht entleeren zu können. Es sollte wirklich in Verordnungen festgeschrieben sein – wie lange ein Hund regelmäßig alleine gelassen werden darf bis die Grenze zur Tierschutzrelevanz überschritten ist.
Einige Hundehalter die ich kenne haben sich einen Hund während ihrer Zeit als Hartz 4 Empfänger angeschafft und nehmen jetzt keine Vollzeitstelle mehr an, weil sie sonst keine Zeit hätten für den Hund.

Sie flüchten sich in Krankheiten und Atteste um keine Stelle anzunehmen. Dies ist ja auf einer Seite lobenswert, weil sie Zeit für den Hund haben, anderseits muss auch gesehen werden, dass es ungerecht ist die Allgemeinheit dafür zahlen zu lassen, dass Einzelne genug Zeit haben Spazieren zu gehen. Außerdem fehlt diesen Leuten oftmals das Geld für sinnvolle Ernährung und Tierarztkosten.
Ich bitte, mich nicht falsch zu verstehen.

Wer einen Hund bisher hatte und gut versorgt hat, dann arbeitslos wird mit weniger Geld, soll auch seinen Hund behalten. In solch einem Fall ist es sogar bewunderungswert, wenn sich jemand mit wenig Geld weiterhin um seinen Partner Hund kümmert. Diese Hundehalter kann man auch durchaus finanziell mal unterstützen, denn wie will ein Hartz 4 Empfänger einen mittleren oder großen Hund richtig halten. Ich glaube Hartz 4 liegt bei ca. € 350,00 Bargeld monatlich, das sind € 4200,00 im Jahr. Ein Hund kostet mit Steuer, Versicherung, Tierarzt und vernünftigen Futter ca. € 800 jährlich. Da darf aber keine größere Tierarztrechnung dabei sein. € 800 sind fast 20% des sowie sehr geringen Einkommens. Es ist wirklich fraglich, ob man mit dem Einkommen für einen Hund wirklich sorgen kann. Wenn jemand auf Grund einer Notlage in solch eine Situation kommt und das Geld fehlt, sollen solche Menschen für ihren Hunde Hilfe erhalten.

Auslauf des Hundes:

Bei einigen der Leute, die wenig Zeit haben, oder zu bequem sind, mit ihrem Hund länger spazieren zu gehen, findet man die Hunde neben dem Fahrrad wieder. Sie sollen auf die Schnelle ausgepowerd werden. Ich bin auf keinen Fall gegen Rad fahren mit Hunden, bei den richtigen Rassen und annehmbaren Außentemperaturen ist dies eine gute Ergänzung zu Spaziergängen, aber kein Ersatz.

Ich habe gerade in den letzten Tagen, als es über 25 Grad war, einige Hundehalter angehalten, die ihren Hund neben dem Rad haben richtig rennen lassen, keuchend mit total heraushängender Zunge. Angesprochen auf diese falsche Art von Bewegung heißt es dann auch noch: Der Hund läuft doch mit. Ja, soll er denn erst umfallen, ein Hund wird solange es geht immer mitlaufen, denn er hat in einer solchen Situation auch Verlassensängste. Der Hund wird wirklich bis zum Umfallen laufen. Neben dem Rad hat er auch nicht die Möglichkeit mal länger artgerecht zu schnüffeln, als Rüde oft genug zu markieren und nicht die Möglichkeit, mit anderen Hunden zu spielen.

Fahrrad als Ergänzung ist bei einigen Rassen sogar richtig gut, aber nicht bei hohen Außentemperaturen und nicht zu schnell. Zwischendurch wirklich anhalten und den Hund in Ruhe schnuppern lassen. Reine Tierquälerei ist es, den Hund bei Wärme nebenher rennen zu lassen. Darüber sollte sich jeder, der mit seinem Hund Rad fährt im klaren sein. Die Halter, die ich angehalten und angesprochen habe, waren durchweg unfreundlich in ihrer Reaktion, ich solle mich um meinen Kram kümmern. Diese Uneinsichtigkeit zeugt nicht einmal von Bosheit, sondern von Unwissenheit. Hier würde sicherlich eine Hundehalterprüfung bei Erwerb eines Hundes etwas Abhilfe schaffen.

Es gibt natürlich auch noch sehr viele Hundehalter, die hätten zwar die Zeit, haben aber keine Lust auf längere Spaziergänge. Die gehen mit ihren großen Hunden oder auch kleinen Hunden, die aber gerne laufen, wie zum Beispiel Jack Russel, noch nicht einmal 2 Stunden täglich raus. Auch dies ist keine artgerechte Haltung. Das heißt nicht, dass solche Menschen keinen Hund halten sollten, aber sie sollten sich einer Rasse zuwenden, die weniger Bewegung braucht, dazu gehören englische Bulldogge, Mops oder ähnliches. Noch besser wäre es einem älteren Hund, der nicht mehr so viel Bewegung benötigt, aus dem Tierheim zu holen. Da können dann Hund und Besitzer glücklich werden. Normale junge Hunde und Hunde im mittleren Alter brauchen täglich 2 Stunden aufwärts Bewegung, dazu brauchen sie noch etwas Zeit zum Spielen mit anderen und Zeit zur Erziehung und sozialisieren mit ihrem Mensch. Da sind schnell 3-4 Stunden zusammen, jeden Tag. Wer diese Zeit nicht aufbringen will – bitte holt euch keinen Hund. Der Hund verkümmert und ihr merkt es wahrscheinlich noch nicht einmal.

Hund darf nie von der Leine

Ein Hund, der nie von der Leine darf erhält keine artgerechte Bewegung. Hunde sind Lauftiere, auch kleine Hunde. Neben Herrchen oder Frauchen daher trotten, nicht spielen zu dürfen, oft nach Möglichkeit noch anderen Hunden ausweichen, ist kein hundegerechtes Leben. Leider findet man diese Situation aber auch häufiger bei genauer Beobachtung von Hund und Halter. Dafür gibt es verschiedene Gründe: der Halter selbst hat Angst vor anderen Hundebegegnungen und hat von Anfang an seinen Hund fern gehalten von anderen Hunden, bis zur Unverträglichkeit.

Ein anderer Grund ist, dass der Hund nie erzogen wurde und deshalb auf den Befehl „hier“ nicht hört, und der Halter deshalb Angst hat, dass der Hund wegläuft. Hier waren und sind die Hundebesitzer einfach zu nachlässig und unvernünftig mit dem Hund zu arbeiten um ihm dann ein freieres Leben zu ermöglichen. Ein anderes großes Thema ist die Leinenpflicht bei Listenhunden, die den Wesenstest nur mit Auflage bestehen. Ich kenne ausreichend viele Listenhunde, die man ohne weiteres und ohne Gefahr für andere jederzeit frei laufen lassen kann.

Diese Hunde wurden im Welpenalter richtig sozialisiert und erzogen. Es geht also! Jetzt gibt es aber auch eine Anzahl Listenhunde, die Auflagen „Leinenzwang“ und manche sogar noch „Maulkorbzwang“ auferlegt bekommen. Ich kenne einige dieser Hunde und mit zwei davon arbeite ich momentan, um sie zumindest vom Maulkorbzwang zu befreien. Der Grundfehler dieser Hunde liegt beim Halter, wie oben erwähnt wurde nicht rechtzeitig mit dem Hund soziales Verhalten gegenüber Mensch und Hund geübt.

Solche Halter sollten, wenn Leinenzwang und Maulkorb angeordnet werden müssen den Hund sofort abgenommen bekommen, denn sie haben sich als unfähig erwiesen den Hund richtig zu erziehen und werden höchstwahrscheinlich auch zukünftig nicht dazu fähig sein.

Hier sollte versucht werden, einen Halterwechsel in erfahrene Hände zu erzwingen. Dies sollte durch entsprechende Verordnungen untermauert werden. Bei meinen nächsten Worten werden sich Tierschützer sicherlich aufregen, aber es ist meine Überzeugung aus Erfahrung die ich wiedergebe: Hunde die sich nach gutachterlicher Sicht nicht mehr wenigstens halbwegs sozialisieren lassen, sollte man lieber einschläfern. Für einen Hund ist es kein artgerechtes Leben nur mit Leine und Maulkorb laufen zu können – ein Leben lang. Meist erhält dann der Hund zu wenig Auslauf und es besteht die Möglichkeit von noch größerem Aggressionspotential.

Ich sehe es auch nicht als gute Möglichkeit, den Hund nun für den Rest seines Lebens in einem Tierheim zu halten. Vor dem Einschläfern eines solchen Hundes sollten im Zweifelsfall natürlich alle Möglichkeiten genutzt, werden den Hund bei einem neuen guten Halter umzuerziehen. Die momentanen Gesetze erlauben es leider nicht, einem unfähigen Halter einen solchen Hund problemlos abzunehmen, damit der Hund vielleicht eine neue Chance bekommt.

Hier sollte der Gesetzgeber doch schneller reagieren können und es möglich sein einem solchen Halter den Hund abzunehmen und gut unterzubringen. Leider wird immer zu lange gewartet bis mehr passiert und dann steht der arme Hund, der sich aus eigener Sicht ja richtig verhält, kurz davor eingeschläfert zu werden, ohne dass ihm dann noch eine neue Chance bei einem neuen erfahrenen Halter gegeben wird. Einschläfern ist durchaus ein notwendiges Übel, wenn ein Hund nicht mehr beeinflusst werden kann, sollte aber nur die allerletzte Möglichkeit sein. Erschwerend kommt dazu, dass gerade solche Halter keine Versicherung haben und Opfer meist leer ausgehen. Es gibt für alles Gesetze und Verordnungen, der Gesetzgeber sollte endlich, wie auch bei KFZ Versicherung, eine Pflichtversicherung für Hundehalter einführen.

Es gibt sie immer noch, die absolut uneinsichtigen Halter, die ihren Hund extra „scharf gemacht haben“.

Zum Glück kenne ich nur einen einzigen Fall. Der Hund, kein Listenhund, aber mit dem beachtlichen Gewicht von ca. 40 Kg und der entsprechenden Größe dazu war einmal ein lieber Welpe. Jetzt ist er unverträglich mit allen Rüden. Der Besitzer hat ihm zusätzlich noch beigebracht, dass sollte ein anderer Hundehalter den eigenen Hund mit Tritten verteidigen, wie es im Reflex häufig geschieht, der Hund in die Beine des anderen Halters beisst. Dies ist eindeutig gegen Tierschutzgesetze und eine Gefahr für die Öffentlichkeit.

Jagdverhalten

Der Hund stammt vom Wolf ab und viele Hunde haben natürlich einen Jagdtrieb, je nach Rasse etwas mehr oder weniger. Es ist auch noch kein Drama, wenn ein Hund mal einen Hasen hetzt, weil der Besitzer mal unachtsam war. Das kann vorkommen, dies ist mir bei meinen Hunden auch schon passiert. Dies ist unerfreulich und sollte auch unterbunden werden, aber wie gesagt, es kann mal passieren. Es gibt aber leider Menschen, die grundsätzlich nicht auf ihre Hunde im Wald und auf Feldern achten und diese immer streunern und jagen lassen.

Auch solches Verhalten ist tierschutzrelevant, erstens dem eigenen Hund gegenüber, denn er kann sich verlaufen, abgeschossen werden, in ein Auto laufen und einen Unfall verursachen oder wenn er hinter Wildschweinen hetzt, kann er böse verletzt werden. Selbst wenn ein Hund Katzen jagt, besteht ein großes Verletzungsrisiko. Dies alleine ist aber nicht, was mich erregt.

Andere Tiere, Rehe, Hasen, Eichhörnchen, Katzen haben auch ein Recht auf Unversehrtheit. Es ist nicht nur ein Bruch mit dem Strafrecht, nämlich der § über Wildern, sondern es ist auch ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz zum Schutz von Wildtieren, wenn ich einen Hund nicht ausreichend beaufsichtige und ihn regelmäßig jagen lasse. Auch Katzenbesitzer trauern um ihre Katze, wenn ein Hund sie jagt oder sie in Panik unter ein fahrendes Auto laufen. Igel, die auch häufiger von Hunden angegriffen werden, stehen unter Naturschutz.

 

Besonders schlimm ist es, wenn Hundebesitzer ihre Hunde sogar frei im Wald laufen lassen, zur Zeit wenn Rehe trächtig sind oder kleine Kitz haben.

In der Trächtigkeit sind Rehe sehr wehrlos, weil sie nicht so schnell und weit laufen können. Ein kleines fragiles Kitz ist einem Hund sowieso total ausgeliefert. Ich habe auch in letzter Zeit Leute gesehen, die vermeiden sogar ihren Hund zu rufen oder zu pfeifen, wenn er im Wald wegläuft. Der Grund dafür ist, sie wollen keine anderen Spaziergänger, Förster oder Jagdpächter auf sich aufmerksam machen. Andere habe ich im Wald getroffen ohne Steuermarke, auf meine Frage, warum der Hund keine Steuermarke hat, bekam ich in einem Fall wirklich folgende Antwort: Wenn er wegläuft weiß wenigstens niemand, wo er hin gehört – dies ist einfach unverschämt.

Momentan habe ich zwei Hunde im Training, denen ich das Jagdverhalten abgewöhnen muss. Beides Jagdhunde in Privathand seit Welpenalter. Es wäre ziemlich einfach gewesen, bei den ersten Jagdversuchen dies zu unterbinden aber aus Bequemlichkeit wurde der Hund laufen gelassen – regelmäßig. Jetzt ist eine Umgewöhnung sehr viel schwieriger. Jagdhunden, die nicht jagen sollen, muss ein guter Halter natürlich Jagdersatzspiele anbieten, so dass der Hund die Möglichkeit hat, seiner Natur gemäß sich auszuleben. Das gehört zum Tierschutz, damit der eigene Hund auch trotz Verboten, ein seiner Rasse nach hundegerechtes Leben hat.

Damit sind wir beim Thema „Erziehung“.

Was hat Erziehung mit Tierschutz zu tun? Durch eine gute Erziehung, die meist auch eine gute Bindung nach sich zieht, gewinnt der Hund mehr Freiheiten in unserer, für ihn eingeschränkten zivilisierten Welt. Ein Hund der das Kommando „Hier“ zuverlässig befolgt, kann an mehr Orten frei ohne Leine laufen, ein Hund der durch Jagdspiel ausgelastet ist und bei dem die Unterordnung stimmt, kann auch im Wald mehr Freilauf genießen, als ein Hund der nicht folgt. Eine gute Erziehung fördert Tierschutz des eigenen Hundes für ein artgerechtes Leben.

Kastration und Tierschutz

Ich bin wirklich kein Befürworter von Kastrationen bei Hunden von fürsorglichen, achtsamen Hundehaltern. Ich sehe Kastrationen schon als gravierenden Eingriff in die Psyche des Hundes, bei Rüden noch mehr als bei Weibchen. Bei Weibchen sehe ich wenigsten viele gesundheitliche Vorteile. Vollkommen ablehnend stehe ich der Frühkastration gegenüber. Rüden werden oftmals kastriert um Erziehungsdefizite zu korrigieren, was meist nicht gelingt. Der Grund, warum ich aber bei vielen Hundehaltern für eine Kastration sein muss liegt auf der Hand. Viele lassen ihre Mischlingsweibchen decken um den Lebenskreislauf gesundheitsfördernd abzuschließen. Dies ist vollkommener Blödsinn.

Bei Rassehunden kann man meist wenigstens gute neue Besitzer finden. Eine Kastration wäre sicherlich für so ein Weibchen gesünder. Dieser Blödsinn wird nur noch übertroffen von Rüdenbesitzern, die ihrem Rüden auch einmal Spaß gönnen wollen. Das Ergebnis solcher dummen Einstellung sind wieder Welpen, die schwer zu vermitteln sind und meist wieder in irgendwelche unqualifizierten Hände kommen. Viele Hundebesitzer scheuen auch einfach die Kosten einer Kastration.

Das Schlimmste sind aber die meiner Meinung nach asozialen Hundevermehrer, die lassen ihr Weibchen von irgendeinem Rüden decken und verkaufen dann die Welpen ungeimpft weiter, nur damit sie einige hundert Euro Gewinn machen. Das heißt, die Welpen werden erstmalig oft erst nach 10 oder 12 Wochen geimpft, manche dieser Tierverbrecher geben die Welpen auch schon nach 6 Wochen ab, um Kosten zu sparen.

Ich habe einige dieser Welpenvermehrer kennen gelernt und versuchte, das unterbinden zu lassen. Rechtlich hat man da leider keine Chance. Liebe Hundehalter, speziell Halter von Weibchen, wenn ihr nicht garantieren könnt, dass ihr wirklich eine ungewollte Schwangerschaft verhindern könnt, lasst bitte euren Hund kastrieren. Es gibt, wenn trotz aller Achtsamkeit es doch passiert die Möglichkeit einer Injektion um die Schwangerschaft abzubrechen. Die Kosten dafür betragen ca. € 70,00.Dies ist immer noch besser als 5 bis 6 Welpen zu betreuen und zu vermitteln.

Zu guter letzt möchte ich noch einige kurze Punkte über Tierschutz erwähnen, der beim eigenen Hund beginnt.

Hunde, die als Raufer bekannt sind, sollten bei Hundebegegnungen an die Leine, bis sie besser sozialisiert sind. Es ist für andere Hundehalter nicht zumutbar, Angst haben zu müssen, dass ihr Hund durch einen solchen Raufer verletzt wird. Jeder Halter hat die Pflicht darauf zu achten, dass sein Hund keinen anderen verletzt. Leider gibt es am Marienberg, Birkensee und hinter dem Tiergarten einige Halter, denen dies egal zu sein scheint. Manche schätzen auch einfach ihren Hund falsch ein. Es gehört eindeutig zum Tierschutz, darauf zu achten, dass der eigene Hund keinen anderen verletzt.

 

Einen Hund stark übergewichtig zu füttern, grenzt nicht an Tierquälerei, es ist Tierquälerei.

Leider sieht man immer häufiger übergewichtige Hunde und die Hundehalter meinen sogar noch, ihrem Hund etwas gutes zu tun – er schaut mich immer so an, dann gebe ich ihm halt was. Liebe Hundehalter – Übergewicht ist auf Dauer eine Qual für den Hund und fördert nicht nur bei Menschen sondern auch beim Hund Krankheiten wie Diabetes, Herz – Kreislauferkrankungen und später Arthrose. Mich wundert dieses Verhalten überhaupt nicht, denn laut Presse haben viele das gleiche Problem mit Kindern. Überall kann man lesen, dass zu viele Kinder an Übergewicht leiden.
Menschen mit wenig Geld, wie oben erwähnte Hartz 4 Empfänger können leider ihrem Hund nur billiges Futter anbieten, dass ist nicht so schlimm, wenn der Hund auch etwas Abwechslung hat. Die meisten billigen Futter haben auch eine vom Gesetzgeber geforderte Menge Vitamine. Aber – Hunde haben Geschmacksnerven und sind Allesfresser. Ein etwas abwechslungsreicherer Speiseplan muss nicht unbedingt teurer sein, man muss sich nur einmal richtig Gedanken darum machen und sich über gesunde Ernährung des Hundes informieren. Gerade auf dem Sachgebiet der Ernährung wissen viele Hundehalter überhaupt nicht bescheid. Der Hund hat ein Recht auf abwechslungsreiches Futter, genau wie er ein Recht hat auf artgerechte Bewegung, Pflege und Unterbringung.

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