Hunde und Zecken

Killer Zecke kommt! Dies war am 28. April in der Abendzeitung zu lesen. Ein weiterer Artikel mit der so tödlichen Zecke war am 23.04 im Sonntagsblitz erschienen. Hiermit ist die Auwaldzecke gemeint, die in vergangenen Jahren hauptsächlich in Urlaubsländern rund um das Mittelmeer und auch zum Beispiel in Ungarn vorkam und natürlich noch vorkommt. Durch Reisen mit Tieren und Erwärmung unseres Klimas fängt diese Zeckenart an, sich auch in Deutschland zu verbreiten. Die Zecke verbreitet die seit langem bekannte Krankheit „Babesiose“. Schon vor einigen Jahren gab es einzelne eng begrenzte Gebiete in Deutschland, wo diese Zeckenart vorkam. Nun weitet sich die Verbreitung etwas aus.


Frau Birgit Menn schreibt momentan eine Diplomarbeit über die Auwaldzecke und bittet um Mithilfe von Hundehaltern in Form von Einsendungen von gefundenen Auwaldzecken.

Professor Dr. Eberhard Schein von der freien Universität Berlin befasst sich auch mit der Auwaldzecke und sagt in einem Artikel in der Zeitschrift „Partner Hund“: Nur sehr wenige Auwaldzecken in Deutschland übertragen derzeit tatsächlich Babesiose. Es gibt zwar einen Impfstoff, der aber in Deutschland noch nicht erhältlich ist. Dies sei aber momentan auch nicht notwendig – die Wahrscheinlichkeit einer Infektion sei sehr gering.’ Also bitte keine Panik – es gibt keine Invasion, weder vom Marsmännle noch von der Killerzecke.

 

Ein wichtiger Unterschied zwischen der Krankheit Babesiose durch die Auwaldzecke und Borreliose durch unserer Schildzecke zeigt sich in der Vorbeugung.

 

Bei beiden benutzt man Spot on Präparate, wie Frontline oder Exspot. Diese Präparate verringern die Anzahl von Zeckenbissen deutlich und Zecken, die beißen, sterben meistens innerhalb der ersten 24 Stunden ab. Zur Übertragung der Babesiose muss die Zecke aber in der Regel mehr als 48 Stunden haften, bevor es zur Übertragung der Erreger kommt. Somit ist der Parasit bereits vor der Möglichkeit der Übertragung oft abgestorben. Bei der Borreliose sind es nur ca. 12 -24 Stunden bis Borrelien übertragen werden.

Damit wird deutlich, dass es bei beiden Arten des Zeckenbefalls sehr wichtig ist, den Hund nach dem Spaziergang nach Zecken abzusuchen und diese schnellstmöglich zu entfernen.

Sollte sich ein Hund mit Babesiose Erregern infizieren und Symptome zeigen wie Fieber, Mattigkeit, Gelbsucht (auch gelbliche Schleimhäute), Blut im Urin und Appetitlosigkeit, geht bitte sofort zum Tierarzt. Zu beachten ist, dass die Inkubationszeit 10 Tage bis 3 Wochen beträgt. Die Krankheit, speziell auch das Fieber, tritt in Schüben auf und nach der ersten Invasion kommt es zu einer Ruhephase, danach tritt die Krankheit noch massiver auf.

Ihr solltet sowieso bei Verdacht auf Fieber und Appetitlosigkeit in Verbindung mit Mattigkeit sofort den Tierarzt aufsuchen.

Rechtzeitig erkannt, kann der Hund mit Medikamenten aus dem Ausland gut behandelt werden. In Deutschland sind diese Präparate leider noch nicht zugelassen und müssen deshalb vom Arzt über internationale Apotheken bestellt werden. Die Heilungschancen bei rechtzeitiger Behandlung und mildem Verlauf sind sehr gut. Bei verzögerter Behandlung, wenn schon zu viele der roten Blutkörperchen abgestorben sind, benötigt der Hund Transfusionen.

Über Borreliose schreibe ich nur kurz, denn diese Krankheit ist ja bereits sehr bekannt. Die beste Vorbeugung ist auch hier der Gebrauch von Spot on Präparaten, um die Anzahl der Zecken zu verringern und natürlich beim Auffinden eines solch niedlichen Tierchens dieses sofort fachgerecht zu entfernen.
Kurz einige Daten. Es wird vermutet, dass ca. 20% – 50% der Schildzecken Erreger in sich tragen. In einer Hundegruppe, bestehend aus ca. 1000 Hunden, fand man, dass ca. 25 % eine Infektion erfahren hatten, aber nur ca. 5% der infizierten Tiere erkrankten. Eine Infektion ist also nicht mit einer Erkrankung gleichzusetzen.

Ist die Impfung wirkungsvoll? Dies kann man so nicht sagen, da nicht alle Borrelienarten damit abgedeckt werden. Ich selbst bin etwas skeptisch, wenn es ein Medikament für Tiere eher gibt als für Menschen, da in die Forschung zur Bekämpfung von für Menschen relevante Krankheiten erheblich mehr finanzielle Mittel investiert werden als für Krankheiten, die Hunde betreffen. Im großen ganzen ist die Gefahr doch nicht so riesig, wie man uns in den Medien glauben machen will. Eine gute Prophylaxe mit Spot on Präparaten, gründliches Inspizieren des Fells nach Spaziergängen und Entfernen der Zecken bringt schon eine hohe Sicherheit für Hund und Halter. Es ist selbstverständlich immer ohne Verzögerung notwendig, sofort den Tierarzt aufzusuchen, wenn der Hund unter Appetitlosigkeit, Fieber, Mattigkeit oder andern aus der Situation heraus nicht erklärbaren Symptomen leidet.

 

Hunde sind von Zecken gleichermaßen gefährdet wie Menschen.

Vor allem zwei Zeckenarten sind in unseren Breitengraden verbreitet und daher relevant für Hundebesitzer: Der Holzbock ist für die Übertragung von Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verantwortlich; Auwaldzecken können Babesiose übertragen, die gemeinhin Hundemalaria genannt wird.

Im Falle einer Erkrankung an FSME kann davon ausgegangen werden, dass eine zusätzliche Schwächung der Abwehrkräfte vorliegt, da Hunde gegen die auslösenden Viren normalerweise resistenter sind als Menschen. Hochwertige Tiernahrung kann hier teilweise Abhilfe schaffen, da gesunde Ernährung förderlich für das Immunsystem ist. Dennoch empfiehlt es sich, nach einem Zeckenbiss aufmerksam zu bleiben und bei auftretenden Symptomen, wie Fieber, apathischem oder übererregtem Verhalten und Krampfanfällen, umgehend einen Tierarzt aufzusuchen. Unbehandelt kann FSME innerhalb einer Woche zum Tod führen.

Borreliose bricht erst Tage oder gar Wochen nach dem eigentlichen Zeckenbiss aus und kann unerkannt zu dauerhaften Organschädigungen führen oder, im schlimmsten Fall, tödlich enden. Symptome sind Fieber, Müdigkeit und Fressunlust. Im weiteren Verlauf können Lahmheit, Schwellungen und Gelenkschmerzen auftreten. Wird dies beim Hund beobachtet, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Borreliose ist behandelbar, Rückfälle können aber nicht ausgeschlossen werden.

Hundemalaria führt zur Zerstörung der roten Blutkörperchen, was langfristig mit Blutarmut einhergeht.

Unbehandelt ist diese Krankheit binnen weniger Tage tödlich. Symptome sind ein gestörtes Allgemeinbefinden, Fieber, Appetitverlust und Blutharnen. Oftmals reagieren Hunde auch mit epilepsieähnlichen Anfällen oder Lähmungen.

Die Gefahr, die von einem Zeckenbiss ausgehen kann, sollte keinesfalls unterschätzt werden. Daher ist es unerlässlich, den Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken zu untersuchen. Durch eine rechtzeitige Entfernung des Parasiten kann der Übertragung diverser Krankheiten vorgebeugt werden. Auch existieren Produkte, die nach einem Biss helfen können:

Beispielsweise sorgen Schutzmittel, die auf den Nacken getropft werden und sich von dort aus selbstständig verteilen, dafür, dass Zecken austrocknen und frühzeitig abfallen. Weiterhin können Zeckenhalsbänder oder -sprays abschreckend auf diese Milbenart wirken.

Nicht nach jedem Biss muss ein Tierarzt aufgesucht werden. Zecken können selbstständig, z.B. mit einer speziellen Zeckenzange, entfernt werden.

Roman

Hi, ich bin Roman. Ich halte es wie Heinz Rühmann: "Natürlich kann man ohne Hund leben - es lohnt sich nur nicht!". Zusammen mit zwei meiner Freunde gründete ich Hunde-Zone.de, wo wir uns richtig mit den Hunden beschäftigen wollen.

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