Hundeerziehung

9. Juni 2016 By Roman

Hundeerziehung

Am Anfang steht die Motivation

Die Motivation stellt den Anfang und den wichtigsten Aspekt der Erziehung und des Trainings dar. Sie kann von Hund zu Hund variieren. Es gilt also herauszufinden, was für unseren Therapiehund die Ultra-Belohnung ist, die ihn stets und in jeder Situation mehr motiviert als alles andere.

Einfach strukturiert

Hunde sind in ihrem Lernverhalten eher einfach strukturiert. Sie lernen am besten, indem sie assoziieren, das bedeutet, dass zwei Ereignisse, die gleichzeitig oder kurz nacheinander geschehen, im Gehirn miteinander in Verbindung gebracht werden. Geschieht dies regelmäßig, spricht man von Konditionierung.

Konditionierungen

Es gibt drei Formen der Konditionierung, die klassische und die operante bzw. instrumentelle Konditionierung.

Klassische Konditionierung

Bei der klassischen Konditionierung handelt es sich um eine regelmäßig wiederholte Assoziation zwischen einem unkonditioniertem angeborenen Reiz, der eine unkonditionierte angeborene Reaktion verursacht und einen zugeführten Reiz (auch Stimulus oder Auslöser).

Am Beispiel der Erkenntnisse des Forschers Pavlovs erklärt: Eine unkonditionierter angeborener Reiz – das Futter – löst eine unkonditionierte angeborene Reaktion – das Speicheln – aus. Der Reiz „Futter“ wird mit dem

zugeführten Reiz (Stimulus oder Auslöser) „Glocke“ verknüpft Beide Reize haben für den Hund nun die gleiche Bedeutung: Glocke = Futter = Speicheln.

In der Therapiehundeausbildung ist es empfehlenswert, die klassische Konditionierung beim Clicker-Training zu nutzen. Dazu später mehr.

Operante Konditionierung

Bei der operanten Konditionierung steht zufälliges, spontanes Verhalten, das keinen bestimmten Zweck verfolgt, im Fokus. Die Häufigkeit eines Verhaltens wird durch seine angenehmen oder unangenehmen Konsequenzen beeinflusst.

Beispiel Sitz: Folgt unmittelbar auf das gezeigte Verhalten „Sitz“ eine angenehme Konsequenz „Leckerchen“, wird das Verhalten verstärkt und zukünftig häufiger gezeigt. Bei einer unangenehmen Konsequenz wird das Verhalten zukünftig seltener gezeigt.

Ist das erwünschte Endziel einer operanten Konditionierung ein komplexes, aus vielen Bestandteilen zusammengesetztes Verhalten, so sollte man die einzelnen Unterschritte dieser Verhaltenskette aufeinander aufbauend trainieren (Shaping). Auch dies wird im Clickertraining eingesetzt.

Instrumentelle Konditionierung

Bei der instrumentelle Konditionierung wird kein spontan gezeigtes Verhalten verstärkt wird, sondern der Hund eigenständig zeigt durch „Versuch + Irrtum“ Verhaltensweisen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen und aus den Konsequenzen lernt.

Klassisches Beispiel sind sogenannte Intelligenzspiele, bei denen Hunde Leckerchen (die Verstärkung) erhalten, wenn Sie beispielsweise einen bestimmten Knopf drücken, damit sich eine Schublade in der Box öffnet, in der das Leckerchen versteckt ist. Der Hund findet raus, was richtig ist und wird automatisch verstärkt – oder eben auch nicht. Drückt er den falschen Knopf kommt er nicht zum Erfolg, drückt er den richtigen Knopf kommt er zum Erfolg. Das Verhalten wird verstärkt.

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