Zum ersten Mal einen Hund haben! - Hunde-Zone - Hunde Ratgeber und vieles mehr!

Für Menschen, die sich erstmalig entscheiden sich einen Hund als zukünftiges Familienmitglied ins Haus zu holen, ist es sehr wichtig, vorher eine Reihe Überlegungen anzustellen.

Genau so wichtig ist es auch für Menschen, die schon einmal einen Hund hatten, der sie 10 Jahre oder hoffentlich gar länger durchs Leben begleitet hat, sich wieder intensiv Gedanken zu machen. Denn jeder Hund ist verschieden und abgesehen von einigen wichtigen Grundbedürfnissen werden an den neuen Besitzer je nach Rasse und Alter des Hundes verschiedene Anfordereungen gestellt.
Zwei wirklich wichtige Fragen sollte sich der neue angehende Hundebesitzer unbedingt stellen.


Warum will ich einen Hund? Was kann ich meinem Hund bieten?

 

Warum will ich einen Hund? Was erwarte ich von meinem neuen Hund?

Schon bei dieser auf den ersten Blick einfachen Fragestellung gibt es mannigfache Möglichkeiten. Oftmals sind die wahren Gründe für eine Anschaffung versteckt hinter irgendwelchen plausiblen Erklärungen, die aber nicht das echte Motiv für eine Anschaffung sind.

Die Nicht-Befriedigung dieser versteckten Motive können später für Hund und Halter Frustration bedeuten und in einer Abgabe ins Tierheim enden.

Die offenenliegenden Gründe für Anschaffung und Auswahl sind häufig: Wir sind tierlieb, mit einem Hund ist es doch schöner Spazieren zu gehen, unsere Kinder wünschen sich einen Hund, mit einem Hund bin ich nicht so alleine, die Nachbarn haben auch einen Hund. Diese Gründe klingen gut, aber leider stimmen sie nicht immer.Leider musste ich oftmals nach weiterem Fragen erkennen, dass sich Menschen Hunde anschaffen aus folgenden, nicht immer bewussten, Gründen:

  1. Prestigedenken
  2. Vereinsamung
  3. Spielzeug für die Kinder
  4. Schutz für Haus und für sich selbst
  5. Gefühlsableiter
  6. Liebesbedürfnis weil sie sonst keiner liebt
  7. gesundheitlichen Gründen
  8. Minderwertigkeitsgefühlen

Gegen einige dieser Gründe ist erst mal nichts einzuwenden. Kritisch ist es aber, wenn ein solches Motiv das alleinige Motiv ist. Ich kenne sogar Hundhalter die sind überhaupt nicht tierlieb, haben aber einen Hund nur um eines dieser Bedürfnisse zu befriedigen.

Prestigedenken muss gekoppelt sein mit wirklicher Tierliebe, ansonsten wird der Hund nicht als sensibles gefühlsreiches Individuum gesehen. Es gibt natürlich auch Menschen, die sich einen sehr teuren trendigen Rassehund kaufen und nicht bedenken, welches Lebensumfeld diese Rasse benötigt. Ich rede hier natürlich nicht von den echten Liebhabern verschiedener Rassen die wissen, worauf sie sich einlassen. Denn als wirkliche Liebhaber haben sie sich mit den Eigenarten der gewünschten Rasse eingehend beschäftigt.
Vereinsamung kann ein wirklich guter Grund sein, einen Hund zu erwerben, wenn der Hund auch Hund bleiben darf und aus der Einsamkeit des Besitzers heraus nicht allzu sehr vermenschlicht wird. Dies geschieht aber doch häufig – ein Indiz für Vermenschlichung des Hundes ist unter anderem auch Übergewicht, mit dem immer mehr Hunde zu kämpfen haben, denn dies zeigt oftmals eine nicht artgerechte Haltung.
Für Kinder fast jeden Alters kann ein Hund ein wundervoller Freund und Begleiter sein. Leider musste ich öfter zuschauen, wie Eltern den neuen Hund kindergerecht erziehen wollen, aber es total unterlassen, auch die Kinder hundegerecht zu erziehen. In solchen Situationen wird der Hund wirklich als neues Spielzeug begriffen, von Kinder meist unabsichtlicht drangsaliert und die wunderschöne Möglichkeit verpasst, Kind und Hund richtig zusammenzuführen und damit dem Kind eine Bereicherung des Lebens zu bieten und mit sinnvoller Verantwortung aufwachsen zu lassen.
Gefühlsableiter brauchen einige Menschen leider öfter. Dazu gehören frustrierte, vereinsamte und oftmals aufgrund ihrer Lebenssituation unbeherrschte Personen. Nichts zu sagen im Job, keinen Partner oder Probleme in der Partnerschaft. Diese Menschen holen sich natürlich keinen Hund weil sie die Selbsterkenntnis haben frustriert zu sein, nein, sie wissen es oft nicht. Sie holen sich einen Hund einfach so, weil sie meinen es könnte schön sein. Man erkennt sie später aber daran, wie sie ihren Hund anschreien, einmal bestrafen ein anderes mal für das gleiche nicht, einfach nach Lust und Laune handeln. Die streicheln auch ihren Hund und geben vor ihn zu lieben, machen sich aber nicht die Mühe, den Hund mit seinen Bedürfnissen zu verstehen.
Liebesbedürfnis kann ein guter Grund sein einen Hund ins Haus zu holen, wenn der Mensch auch bereit ist, Liebe zu geben. Dann ist das vollkommen in Ordnung. Manche dieser Menschen begeben sich hier allerdings auf eine Einbahnstraße. Der Hund muss sie lieben, muss aber oft auch 5 Stunden und länger alleine bleiben und soll „funktionieren“ nur um eigene emotionale Lücken zu füllen.
Gesundheitliche Gründe können wirklich positiv gesehen werden, wenn sie damit verbunden sind, dem Hund auch in allen Lebenslagen ein guter Partner zu sein und ihn nicht nur zum „Gassi gehen“ zu benutzen. Es gibt große Unterschiede zwischen: Ich gehe spazieren und habe einen Hund dabei, ich gehe mit meinem Hund spazieren und ich gehe für meinen Hund spazieren. Darüber sollte man nachdenken.
Minderwertigkeitsgefühle sind leider häufiger ein Motiv als man denkt, sich einen Hund anzuschaffen. Dies ist eine Steigerung von falschem Prestigedenken. Hier wird der Hund oft als Vorzeigeobjekt und Abschreckungsobjekt genommen. Leider findet man in dieser Gruppe oft Menschen, die sich einen sogenannten Kampfhund halten oder zumindest große beeindruckende Hunde für ihr eigenes Image missbrauchen. Hier kenne ich persönlich Halter, die ihren Hund zwar kein schönes artgerechtes Leben bieten können, aber aus Eigenliebe verzweifelt an ihrem Hund hängen und ihn nie hergeben würden, obwohl der Hund es woanders viel besser hätte. Leider hat man kaum eine Möglichkeit, solchen Personen Hundhaltung zu verbieten obwohl es für die Gesellschaft und vor allem dem Hund zugute käme. Solche Menschen erkennt man leicht an ihrem meist von der Norm abweichenden sozialen Status.

Anders ist es mit der nächsten Gruppe:
Zum Schutz brauche ich einen Hund. Die Menschen, die einen Hund zum persönlichen Schutz oder zum Bewachen ihres Eigentums brauchen, sind natürlich nicht zu verurteilen, wenn ihnen die Präsenz eines normalen lieben Hundes als sichtbare Abschreckung reicht.

Etwas anderes ist es, wenn der Hund extra etwas „scharf“ gemacht wird. Ich bin gegen jedes „scharf machen“ von Hunden und sehe es als Armutszeugnis für den Menschen an, wenn er das braucht. Derjenige sollte lieber einen Selbstverteidigungkurs belegen statt sich einen Hund zu kaufen. Leider kenne ich von dieser Spezies auch ein paar Exemplare und die Hunde führen kein glückliches Leben, denn solche Hunde können nicht so einfach frei laufen und werden auf Dauer auch ihren Artgenossen gegenüber negativ aggressiv.
Bitte liebe zukünftige Besitzer, fragt euch wirklich genau, warum Ihr Euch einen Hund ins Haus holen wollt. Wenn Ihr einen der obigen Gründe in Euch schlummern seht, lasst es bleiben. Hunde sind sehr soziale Tiere, mit denen man viel Zeit verbringen will aus Tierliebe heraus und aus Freude mit einem Hund zusammenzuleben. Sie sind weder Spielzeug noch Lückenbüßer. Sie sind seit Jahrtausenden nützliche Partner und Freund des Menschen.

Ernsthaft Interessierte stellen sich die für den Hund wichtige Frage:

 

Was kann ich meinem neuen Hund bieten?

 

Habe ich genug Zeit? Der Hund sollte regelmäßig nicht länger als 5 Stunden alleine sein. Dies ist schon grenzwertig. Wenn Eure Arbeitszeit dies nicht erlaubt, verzichtet bitte auf einen Hund – außer Ihr habt jemanden, der sich zuverlässig mit Euch zusammen um den neuen Mitbewohner kümmern kann.

  1. Kann ich mir die Zeit bei jedem bei jedem Wetter zum Spazieren gehen nehmen? Je nach Rasse und Größe des Hundes können dies zwischen 2 und 4 Stunden sein. Dazu kommen noch Fellpflege, etwas Beschäftigung zu Hause wie Streicheleinheiten und spielen.
  2. Bin ich gewillt auch meine Kinder hundegerecht zu erziehen, damit sie den Hund ruhen lassen wenn er es braucht, ihn nicht schlagen herumzerren oder ähnliches? Ich weiß, vernünftige tierliebe Eltern als Hundhalter können sich nicht vorstellen, dass es dies gibt, aber leider ist es häufig Realität. Ich selbst hatte bzw. habe einen Hund aus dem Tierheim, der als Spielzeug „missbraucht“ und abgegeben wurde, als der Hund sich gegen das Verhalten der Kinder zu wehren begann.
  3. Habe ich ausreichend Platz? Ein sehr großer Hund in einer 1-Zimmer-Wohnung ist keine gute Voraussetzung.
  4. Bin ich in der Lage, die über den Lebenszeitraum eines Hundes anfallenden Kosten zu tragen? Bei einem großen Hund kommen da schnell – ohne Anschaffungspreis des Hundes – mit Futter, Tierarzt, Versicherung, Steuer, Kauknochen, Spielzeug € 800,00 oder meist mehr im Jahr zusammen. Wenn der Hund älter wird, erhöhen sich oft die Arztkosten und es sind Ende des Jahres durchaus € 1300,00 und mehr zusammen. Kann ich mir bei einem Unfall des Hundes eine Operation leisten, die mit vielen hundert Euro zu Buche schlagen kann? Die Kosten für die Erstausstattung bestehen aus Halsband, Leine, Näpfen, Spielzeug und einige anderen Kleinigkeiten. Ohne das Teuerste zu nehmen, zahle ich hier auch leicht € 100,00 und mehr.
  5. Bin ich bereit, die Zeit und das Geld für eine gute Welpenschule oder bei einem erwachsenen Hund für eine gute Hundeschule zu investieren?
  6. Bin ich wirklich bereit, für die nächsten 10 –15 Jahre eine Hund–Mensch-Beziehung einzugehen? Eine Beziehung, die genau so intensiv, schön und auch manchmal belastend sein kann wie eine Kind–Eltern-Beziehung, natürlich auf eine hundegerechte Art.

Der Biologe und Hundeforscher Eberhard Trummler hat einmal gesagt, wer keine Hunde erziehen kann, kann auch keine Kinder erziehen und umgekehrt. Dem möchte ich mich anschließen.

Dies sind die Einzelfragen die hinter der Allgemeinfrage stecken, was ich meinem Hund bieten kann.

Sollten Sie nicht ausreichend Zeit, Geld oder noch wichtiger Bindungsfähigkeit mitbringen, richten Sie Ihre Freizeit ohne Hund ein und warten Sie noch etwas bis Sie in der Lage sind, einem Hund ein schönes neues zuhause zu geben.

 

Schritt 2 – Der Entschluss

 

Sie sich haben entschieden, einem Hund als Familienmitglied ein Zuhause zu geben. Alle Familienmitglieder stimmen uneingeschränkt zu und versprechen, mitzuhelfen.

Wenn Sie alleinstehend sind haben Sie jemanden, der in einem Notfall wie Krankheit einspringen kann.

Jetzt entstehen einige Fragen.

 

Soll es ein Rüde oder eine Hündin sein? Kommt ein Welpe in Frage oder ein erwachsener Hund aus dem Tierheim?

Welche Rasse oder welcher Mischling mit welchen Rassemerkmalen ist für uns geeignet? Wenn wir einen Züchter aufsuchen, worauf müssen wir achten?

Vielleicht haben Sie schon eine Vorstellung davon, wie Ihr Hund aussehen soll – groß oder lieber etwas kleiner.

Wenn Sie schon eine Rasse ins Auge gefasst haben, ist es leicht mit der Entscheidung des Aussehens. Wie steht es mit den Rassemerkmalen bezüglich Verhalten? Vielleicht haben Sie schon ein Buch über die Rasse gelesen, was wünschenswert wäre, damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen.

Alles sehr viele Fragen, die Sie sich wirklich vorher eingehend beantworten sollten, damit Sie in den nächsten 10 – 15 Jahren glücklich und befriedigend für alle Seiten mit einem Hund zusammenleben können.

In der Tageszeitung, in Hundefachzeitschriften und im Internet finden Sie jede Menge von Inseraten für Rassehunde, alle angeblich aus Hobbyzucht. Wenn es denn nur so wäre.

Als Tierfreund kaufen Sie auf keinen Fall von einem Massehändler, von irgendeiner versteckten Tierhandlung oder überhaupt von jemanden, der die Welpen nicht von seinem Zuhause aus anbietet. Von Hunden aus östlichen Ländern ist fast immer abzuraten, da Sie nicht kontrollieren können, woher die Welpen stammen und wie sie die ersten Wochen untergebracht waren.

 

Vieles, was da vor sich geht, ist richtige Tierquälerei.

Unterstützen Sie dies nicht – auch nicht aus Mitleid. Sie bekommen bei solchen Tierverkäufern zwar sehr günstige Preise, oft mehrere hundert Euro billiger als bei einem guten Züchter, aber dieses Geld und mehr zahlen Sie oft später wieder an den Tierarzt. Ich kenne Fälle, bei denen nach Kauf eines solchen Hundes bis zu € 2000,00 Tierarztkosten in den ersten 2 Jahren zusätzlich angefallen sind.

Bei diesen Verkäufern verspricht man Ihnen auch alles von HD frei bis zu hervorragenden Elterntieren und guter Aufzucht in den ersten Wochen, aber Sie können nicht prüfen, ob dies auch stimmt.

Ich halte auch nicht sehr viel von Zufallswürfen bei Privatleuten. Dies zeigt nur, dass Sie nicht ausreichend aufgepasst haben und der Rüde ist meist unbekannt.

Gute Züchter finden Sie über die dem Verband VDH angeschlossenen Zuchtverbände. Natürlich gibt es überall schwarze Schafe, aber dieses Kriterium hilft Ihnen zumindest bei der Vorauswahl.

Haben Sie einen Züchter gefunden, hat dieser, wenn es ein echter Hobby–Züchter ist, der sich viel Mühe macht, oft den Welpen noch nicht da sondern wartet auf den nächsten Wurf. Eine Vorbestellung kann sich bei einem guten Züchter wirklich für Sie lohnen. Zwischenzeitlich können Sie sich mit dem Züchter unterhalten. Dieser wird Sie einladen, denn ein guter Züchter will immer wissen, wo seine Welpen ein neues Zuhause finden. Er wird Ihnen alles zeigen und Sie eingehend beraten. Ein guter Züchter wird Ihnen auch von der Rasse abraten, wenn er glaubt, diese Rasse passt nicht in Ihre Lebensumstände. Dann sollten Sie nicht beleidigt sein und sich wirklich Gedanken machen.

Boxer in weiß oder Standard Faben sind gute Familienhunde.

Natürlich gehören auch Zuchtpapiere zum Welpen; die sind auch wichtig, wenn Sie nicht züchten wollen. Diese belegen die Gesundheit der vorausgegangenen Generationen und zeigen, ob Inzucht betrieben wurde, was durchaus auf Gesundheit und weitere Entwicklung des Welpen Einfluss hat.

Ist ein Züchter keinem Verband angeschlossen rate ich zur Vorsicht. Auch ist Vorsicht angebracht, wenn ein Züchter mehrere Rassen züchtet und viele Hunde auf seinem Gelände hat.

Tolle Hunde für die Familie sind Riesenschnauzer

Sollten Sie den Eindruck haben, daß alles etwas schmutzig ist, sollten sich bei Ihnen die Warnlampen einschalten. Fragen Sie auch ruhig, wie alt seine Hunde sind und wie lange er die Zucht betreibt. Wenn er dies schon einige Jahre macht und hat keine älteren Hunde mehr, scheint er an seinen Hunden nicht allzu sehr zu hängen und entsorgt sie statt ihnen das Gnadenbrot im bisherigen Zuhause zu gewähren.

Haben Sie einen guten Züchter gefunden und fassen persönlich Vertrauen zu ihm lohnt es sich, auch mehr für einen Welpen zu zahlen. Er ist es wert. Mit Hobbyzucht ist noch keiner reich geworden und oftmals werden lediglich die Kosten gedeckt. Von dem kleinen Gewinn bleibt vielleicht ein rechnerischer Stundenlohn von € 5,00 wenn man die ganze Arbeit im Einzelnen sieht.

Angenommen der Züchter hat Ihnen abgeraten, weil er seine Rasse für Sie als Erstbesitzer eines Hundes für ungeeignet hält. Hören Sie auf ihn und machen Sie sich neue Gedanken. Gehen Sie nicht nur nach Aussehen. Es gibt einige Rassen, die gehören in erfahrene Hände.

Lassen Sie sich da bitte nicht von Modetrends beeinflussen.

Ich kann hier jetzt nicht alle 400 Rassen ansprechen aber eine grobe Vorstellung geben, welche Bedürfnisse Rassengruppierungen haben. Genaue Informationen können Sie aus Hundelexika, Internetseiten, von Züchtern, Verbänden und ähnlichen Organisationen erfahren. Wichtig dabei ist wieder, dass Sie ehrlich zu sich selbst sind und Ihren Zeitaufwand und Ihre Lebenssituation richtig einschätzen.

Grundsätzlich können mit der richtigen Erziehung und der ausfüllenden, art– und rassegerechten Beschäftigung alle Hunde gute Familienhunde werden. Einige Rassen setzen aber einfach Erfahrung voraus.

Sehr gute Rassebeschreibungen finden Sie im Lexikonteil der Internetseite www.hundund.de

Trotzdem hier ein kurzer Überblick über Gruppierungen. Bedenken Sie dabei bitte, dass Hunde in erster Linie zu einem Zweck gezielt gezüchtet wurden, d.h. bestimmte Rassemerkmale wurden verstärkt. Diese Charaktereigenschaften lassen sich nicht innerhalb weniger Generationen umkehren. Sie werden zum Beispiel keinen Jagdhund finden, der sich nicht für die Jagd interessiert, mag er als Welpe auch noch so knuddelig aussehen. Sie sollten sich vorher also auch Gedanken darüber machen, was Sie nicht wollen.

Jagdhunde:

Laufhunde, Schweißhunde, Dachshunde, Vorsteh- und Apportierhunde gehören, wenn sie aus Arbeitszuchten kommen, in jagdliche Hände. Einige Rassen wurden in den letzten Jahren auch mehr als Schaulinien gezüchtet. Mit denen kann man zwar als Familienhund leben, muss die ursprünglichen Arbeitsweisen dennoch unbedingt berücksichtigen und die Hunde entsprechend beschäftigen.

Hunde wie Deutsch Drahthaar, Pudelpointer, Deutscher Jagdterrier oder auch einige Dachshunde gehören nicht in unerfahrene Laienhand.

Nordische Hunde:

Diese haben fast alle ein ausgeprägtes Laufverhalten und müssen mehrere Stunden am Tag bewegt werden z.B. Husky oder Samojede. Bedingt durch ihre frühere Nutzung sind diese Hunde außerdem meist unabhängiger im Verhalten und wer einen Kuschelhund sucht, kann schnell enttäuscht sein.

Schäferhunde und andere Arbeitshunde

Australian Cattledog und Australian Shepards sind Hunde, die wirklich beschäftigt werden müssen. Viele der früher gezüchteten Hütehunde eignen sich schon gut als Familienhunde, man sollte aber nie die Abstammung vergessen und die Hunde artgerecht beschäftigen. Deutsche Schäferhunde, Collies, Belgische Schäferhunde etc. eignen sich als Familienhunde gut, aber tätigkeitslos werden dürfen auch sie nicht. Sollte eigentlich kein Hund.

Wachhunde, Wach-Hütehunde

Rassen wie Kuvasz ,Kangal, Tibetische Dogge und ähnliche Hunde gehören in ein eigenes Revier und brauchen etwas zum Bewachen.

Trendhunde
Es gibt jetzt eine Reihe Moderassen, die oft den Nachteil haben, aus schlechter Zucht zu kommen. Dazu gehören auch die sonst wirklich lieben Labradore, die aber falsch gezüchtet und geprägt nicht einfach zu halten sind. Immer mehr sieht man auch Rassen wie Ridgeback, die wirklich erfahrene Besitzer brauchen.

Jack Russel dürfen in ihrem Bewegungsdrang nicht unterschätzt werden. Ein Bekannter von mir hat jahrelang sehr erfolgreich einen Schäferhund im Hundesport gehabt; jetzt hat er einen kleinen Jack Russel und kommt nicht zurecht. Der Kleine tanzt ihm auf der Nase herum und jeder stöhnt.

Rattler

Terrier, Schnauzer, Pinscher sind auch sehr gute Familienhunde aber doch etwas dickköpfig und die leichte Giftigkeit bei Terriern darf nicht unterschätzt werden.

Mischlinge
Mischlingswelpen bieten oft einen Überraschungseffekt. Ist der Vater nicht bekannt weiß keiner so recht, was später herauskommt, aber viele dieser Überraschungen werden wenn sie heranwachsen vorbildliche Hunde. Von einigen Rasseverbindungen muss ich aber dringend abraten. Es werden, wie ich im Internet beobachten kann, auch immer öfter Wolfs-Hybriden angeboten. Hände weg – meist kommt damit noch nicht einmal ein Fachmann zurecht. Auch der TWH – Tschechischer Wolfhund ist zwar kein Mischling, aber eine junge Rasse; in den richtigen Händen ein wunderbarer Hund, in den falschen Händen eine kleine Katastrophe.

Manche Rassen sind verglichen mit Autos wie ein Ferrari, den lässt man auch keinen Führerscheinneuling fahren. Den Vergleich bringe ich nicht weil ich Hunde mit Autos vergleiche, aber würde sich manch neuer Hundebesitzer so viele Gedanken um die Anschaffung eines Hundes machen wie er sich um sein Auto Gedanken gemacht hat, oder auch nur um seinen Computer oder Fernseher mit DVD Brenner, dann würden Besitzer und Hund oft besser zusammen passen.

Soviel zu Rassen, ich wollte nur grob aufzeigen, dass man sich viel besser informieren sollte. Verbindungen mit Hund sollten wenn möglich länger halten als manche Ehe, die in der heutigen Zeit oft nach 4 oder 5 Jahren schon geschieden wird. Sollten Sie weitere Fragen haben rufen Sie uns gerne an.

 

Welcher Hund passt zu mir?

Hier gilt es wirklich zu beachten, ob ich Haus und Garten habe oder ob es ein Stadthund sein soll, der in einer 3 Zimmer Wohnung leben wird und deshalb nicht soviel anschlagen sollte.

Sind in meiner Wohngegend genug Auslaufflächen, was bei größeren Hunden oder sehr aktiven Hunden notwendig ist oder muss ich täglich mit dem Auto fahren?

Laufe ich selbst gerne mehrere Stunden am Tag oder sollte ich eine bequemere Rasse wählen? Einige Rassen brauchen nicht soviel Auslauf.

Bin ich gewillt, regelmäßig mit meinem agilen arbeitswilligen Hund zu üben und ihn zu beschäftigen?

Bei Anschaffung eines Welpen drängt sich unweigerlich die Frage auf, ob ich die ersten Monate wirklich die Zeit habe bis zur Stubenreinheit alle 2-3 Stunden Gassi zu gehen und es locker wegstecke, wenn dem Kleinen mal ein kleines oder großes Malheur passiert. Auch die Neugier, Dinge anzubeißen, mit Tollpatschigkeit mal etwas kaputt zu machen gehört zum Alltag. Ebenso wie sich beim Junghund intensiv um Erziehung zu kümmern. Alle diese zeitaufwendigen Tätigkeiten im ersten Jahr soll man vorher bedenken, denn wenn einem diese Dinge zu sehr zur Last werden, verliert man die Freude am Hund.

 

Tierheimhunde

Fragen tauchen auch auf bei einem erwachsenen Hund aus dem Tierheim. Oft ist ersichtlich, welche Rassen in dem Hund mit vertreten sind und eventuell im Verhalten durchkommen. Man benötigt zwar keinen so großen Zeitaufwand wie bei der Welpenerziehung, aber gerade am Anfang gilt: Präsenz schafft Vertrauen! Je mehr Sie mit Ihrem neuen Hund zusammen sind desto schneller schaffen Sie eine Vertrauensbasis und eine bessere Anpassung des Hundes an sein neues Zuhause.

Einen Hund aus dem Tierheim zu sich zu nehmen ist ein wirklich schönes Erlebnis. Gerade bei solchen Hunden muss man genau prüfen und herausfinden, ob er zu den eigenen Lebensverhältnissen passt. Der arme Hund wurde schon einmal aus seinem Rudel gerissen, vielleicht sogar schon öfter, dies sollte man ihm nicht mehrmals antun. Der Hund wird auf Dauer traumatisiert und verliert einen Teil seines Vertrauens zu Menschen, was ein neuer Besitzer sorgfältig wieder aufbauen muss. Das Vertauen eines Hundes muss man sich mit viel konsequenter Liebe verdienen.

Tierheime habe den großen Vorteil einer meist guten Beratung, wobei ich aber auch hier schon gesehen habe, dass Hunde unpassend vermittelt werden, aber nicht aus bösem Willen, sondern weil ein Tier schon länger als es für es gut ist im Heim war und man froh ist, wenn es vermittelt werden kann – in der Hoffnung, dass es gut geht.

Scheuen Sie sich nicht Ihre Wünsche zu äußern und lassen Sie sich so weit als möglich die Vorgeschichte schildern, soweit diese bekannt ist. Gehen Sie öfters in das Tierheim und führen Sie den ausgewählten Hund mehrmals spazieren. Vielleicht fallen Ihnen Verhalten auf, die Sie noch hinterfragen möchten und die Ihnen von den Tierheimen immer so gut wie möglich beantwortet werden. Speziell bei großen Hunden aus dem Tierheim ist dies sehr wichtig. Es nützt Ihnen und dem Hund nichts, wenn er nach einer Zeit der Eingewöhnung sein Verhalten ändert und Sie Angst vor Ihrem Hund bekommen. Dies geschieht leider öfter als den Tierheimen lieb ist. Das liegt aber nicht am Hund, sondern an der falschen Wahl und zu wenig Bemühungen.

Tierheimhunde verändern häufig ihr Verhalten nach einigen Wochen oder gar noch nach Monaten wenn sie sich in der neuen Umgebung sicherer fühlen. Aus diesem Grund ist es außerordentlich wichtig, von Beginn an mit dem Hund zu arbeiten und als Ersthundebesitzer empfehle ich Ihnen immer auf jeden Fall sofort eine gute Hundschule zu besuchen. Diese kleine Investition ist eine Geldanlage für die nächsten 10 Jahre oder mehr denn Sie lernen von Anfang an, Ihren Hund besser zu verstehen und wenn kleine oder auch etwas unbequemere Verhaltensänderungen auftreten, dem auf die für den Hund richtige Art entgegenzuwirken.

Es ist, wenn man das meiste durch erfahrene Hilfe richtig macht, ein wunderschönes Gefühl zu merken, dass der Hund mehr und mehr Vertrauen fasst, die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Hund sich vertieft und so zum Glück von allen Beteiligten beiträgt.

Die Tierheime in unserer Region haben sehr große Erfahrung in der Vermittlung, geben auch danach Hilfestellung und lassen Sie nicht alleine mit eventuellen Problemen.

 

Teil 3: Rüde oder Hündin?

Lassen Sie sich bei erwachsenen Hunden nicht zu sehr von dem Gedanken Rüde oder Hündin leiten. Suchen Sie sich einen Hund aus, der Ihnen gefällt, der zu Ihren Lebensumständen passt, denn beide Geschlechter haben ihre Eigenarten, mit denen man ohne weiteres zurechtkommen kann.

Auch wenn es sich seltsam anhört – bei mir war es in den letzten 20 Jahren eigentlich so, dass die Hunde mich ausgesucht haben wenn ich im Tierheim war, egal ob Hündin oder Rüde. Dies werde ich zu einem späteren Zeitpunkt in einem anderen Artikel genauer schildern.

Oftmals hört man, Hündinnen seien einfacher zu erziehen oder wären weniger dominant, wobei der Begriff „dominant“ meist falsch benutzt wird. Es heißt auch Hündinnen seien sanfter, oder es wird behauptet Rüden kämen besser mit Frauen und Hündinnen besser mit Männern zurecht. Nach meinen Erfahrungen kann ich dies nicht bestätigen, auch wenn es im Einzelfall stimmen kann.

 

Hündinnen

Sie haben den Vorteil, dass es bei den meisten Hundebegegnungen komplikationsloser zugeht, ganz einfach weil man scheinbar mehr Rüden unterwegs trifft und Hündinnen untereinander oftmals etwas friedlicher sind.

Hündinnen werden zweimal im Jahr läufig und gerade bei großen Hunden hinterlässt dies auch Spuren auf Teppichen, man sollte also nicht zu empfindlich sein. Dazu kommt eventuell das Problem der Scheinträchtigkeit oder sogar das große Problem des unachtsamen Augenblicks, der sich ca. 2 Monate später in Form von niedlichen Welpen zeigt. Ist man nicht unachtsam, darf man als Hundehalter öfter mal liebestolle Rüden abwehren, die einem aber vor lauter Herzchen in den Augen geflissentlich übersehen und nur Kulleraugen für die Hündin haben.

Nicht kastrierte Hündinnen leiden öfter später unter Gesäugetumoren oder unter Pyometra, einer Gebärmutterentzündung, die oft zu spät bemerkt wird. Weiter kann bei einer nicht kastrierten Hündin eine Hämometra vorkommen. Dabei füllt sich die Gebärmutter mit Blut. Dies sind nur Beispiele, es können noch weitere Krankheiten hinzukommen.

 

Auch bei der einfachen Scheinträchtigkeit können Hündinnen in dieser Zeit ihr Wesen verändern und leiden darunter. Das geht von Entzündungen der Milchdrüsen bis zur Verhaltensänderung, so dass ein Stofftier als Ersatzwelpe umhergetragen wird.

 

Aus Gründen des Tierschutzes und der gesundheitlichen Aspekte empfehle ich bei einer Hündin immer die Kastration nach der ersten Läufigkeit, denn dabei entfallen oben genannte Gesundheitsprobleme. Die Krankheitsrate bezogen auf diese speziellen gesundheitlichen Risiken wird um bis zu 92% gesenkt. Nach 3-4 Läufigkeiten ist der gesundheitliche Vorteil aber zum Teil weg, außer es betrifft die Körperteile, die entfernt wurden, denn was nicht mehr vorhanden, kann natürlich nicht erkranken.

Die Kastration kann allerdings, muss aber nicht, zu Blasenschwäche führen oder zu Fellveränderungen. Eine bessere Futterverwertung ist auch möglich, was sich in Übergewicht niederschlagen kann. Dies kann jedoch durch entsprechende Fütterung ausgeglichen werden.

Rüden

Sie sind nicht 2 mal im Jahr läufig, sie sind immer „läufig“ – sie laufen jedem heißen Mädel hinterher und das manchmal kilometerweit, auf der Strecke und in der gesamten Umgebung werden dabei mit „Bein heben“ Markierungen gesetzt, damit jeder andere Rüde weiß „hier komme ich, hier war ich, das Mädel will ich“.

Das Rüden dabei ihren Konkurrenten nicht immer freundlich gegenüberstehen und es zu Raufereien kommen kann, liegt auf der Hand. Ist nur menschlich, denken Sie an zwei hitzköpfige Jugendliche, die um das gleiche Mädchen in der Disco buhlen.

Rüden spielen auch öfter mal zu Hause die Dominanzkarte aus, was aber mit konsequenter liebevoller Erziehung in den Griff zu bekommen ist. Einen Rüden kann man auch nicht nur ganz kurz mal rauslassen, sei es noch so kalt oder regnerisch oder man ist unter Zeitdruck. Der nicht kastrierte Rüde entleert sich tröpfchenweise durch Markieren und braucht einfach länger, um seine Blase zu entleeren.

Das sollte man bei Anschaffung eines Rüden bedenken.

Kastration halte ich bei den meisten Rüden für unnötig, und bitte liebe Damen, kommt mir jetzt nicht mit statistischen Argumenten, dass Männer bei der Kastration von Rüden unbewusst eine Abneigung haben. Habe ich nicht. Ich bin nur dagegen einen Rüden wegen Verhaltensbeeinflussung kastrieren zu lassen. Man sollte seinen Hund vielmehr besser erziehen. Schätzungsweise ca. 70% der Rüden werden wegen gewünschter Verhaltensmodifikationen kastriert und die Besitzer sind später enttäuscht, wenn Angstaggressionen, territoriale Aggressionen oder Jagdtrieb bleibt wie vorher. Angstaggressionen können sich sogar verstärken. Wird ein Rüde vor der Geschlechtsreife kastriert, wie jetzt teilweise in Amerika üblich, kann es gravierende Auswirkungen haben: nämlich dass der arme „Kerl“ ein armes Würstchen wird und von jedem Rüden bestiegen wird.

 

Einen Hund – gleich welchen Geschlechts – als Erziehungsmaßnahme kastrieren zu lassen ist mehr als fragwürdig.

 

Einen Rüden aufgrund medizinischer Indikationen kastrieren zu lassen bejahe ich selbstverständlich wie zum Beispiel bei Prostataschwierigkeiten. Manche Hunde geraten bei läufigen Hündinnen solche Erregungszustände, dass epileptische Anfälle vorkommen können. Eindeutiges hypersexuelles Verhalten kann durchaus ein Grund für eine Kastration sein.

Bei einem nicht kastrierten Rüden besteht schon mal die Gefahr, dass er eine im wahrsten Sinn heiße Spur erwischt und davon läuft. Dies kann ein großes Problem sein.

Ich habe schon beides gehabt, Hündinnen und Rüden und hatte immer Verständnis für das Anliegen und die Probleme von Rüdenbesitzern. Mit meinen läufigen Hündinnen bin ich in den Wochen der Läufigkeit nicht an Stellen gelaufen, wo sich viele Hunde bewegen. Ich bin abseits spazieren gegangen, denn ich wollte nicht Schuld sein wenn ein Rüde entläuft und vielleicht verunglückt. In letzter Zeit sehe ich aber sogar Besitzer mit heißen Hündinnen in den Hundeauslaufzonen. Persönlich finde das anderen Hundebesitzern gegenüber, die einen Rüden haben, nicht fair. Liebe Besitzer von Hündinnen, denkt einmal darüber nach, Euer nächster Hund in einigen Jahren ist vielleicht ein Rüde.

Hundetraining für Anfänger: Die 10 wichtigsten Befehle!

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Ich habe vor kurzem mein Buch veröffentlicht, in dem ich 10 Jahre Erfahrung mit der Erziehung von Hunden (insbesondere als Freiwilliger im Tierheim...) zusammengefasst habe. Ich freue mich auf neue Leser - klick einfach auf das Bild und schau mal rein!

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